Montag, 7. März 2016

Weltfrauentag


Das Team Stronach, also das, was vom Team noch übrig geblieben ist, mit anderen Worten: Der politische Bodensatz der Republik verteilt am Weltfrauentag vor dem Parlament Pfefferspray. Auf so eine Idee muss man erst einmal kommen!

Alternativ dazu wird möglicherweise Dr. Marcus Franz hinter dem Parlament ganz spontan unter dem Titel „Auf Tuchfühlung“ ein Grapsch-Seminar veranstalten.

Die ÖVP verspricht den Frauen, dass das Projekt „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ demnächst in Angriff genommen wird. Bis dahin soll man stolz und zufrieden sein, in der Bundeshymne erwähnt zu werden. Das ist genau genommen viel mehr wert.

Die FPÖ bietet am Weltfrauentag als ganz besonderes Extra kostenlosen Begleitschutz für Frauen mit notariell beglaubigtem Ariernachweis und Werner Faymann tritt in einer schmucken Uniform samt Mütze vor das Parlament und fragt: „Hat jemand ein Taxi bestellt?“

Und am 9. März ist alles wieder so, wie es immer war. Das Team Stronach wird nicht wahrgenommen, was für beide Seiten besser ist, Dr. F. bemüht sich wieder redlich zu beweisen, dass auch Akademiker ziemliche Koffer sein können und die Regierungsparteien wetteifern mit dem Bumstinazi, wer von ihnen weiter rechts steht.

Sonntag, 6. März 2016

Ein vielversprechendes Talent

http://www.fanfiktion.de/s/56b77e4b00055ec83967cc26/1/Gefallener-Stern

Freitag, 19. Februar 2016

Amen


Reinhold Lopatka, Klubobmann der ÖVP, hat – das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen – Theologie studiert. Ein semiprofessioneller Kathole, wenn man so will. Lopatka ist ein universitär zertifizierter Christ. Und als solcher ist er selbstverständlich bei der christlichsozialen Fraktion gut aufgehoben.

Seine christliche Halbbildung äußert sich in Forderungen nach Obergrenzen bei Flüchtlingen, Einschnitten bei Mindestsicherung, weil es bei den Mindestsicherungsbeziehern oft zu Alkoholmissbrauch kommt und Einschränkung der Bürgerrechte als notwendige Maßnahme im Kampf gegen den Terror.

Sehr erfolgreich war Reinhold Lopatka auch in der Anwerbung abgehalfterter Team Stronach-Abgeordneter. Seine Gier nach Macht scheint weder Skrupel noch eine Hemmschwelle zu kennen. War es im Jahr 2000 Andreas Khol, so wird es 2018 Reinhold Lopatka sein, der den Weg zu einer schwarzblauen oder blauschwarzen Regierung ebnet.

Heute überraschte der Vorzeigechrist mit einem neuen entbehrlichen Mentalausfluss. Er meinte, die ÖVP bietet der SPÖ an, den Sozialminister arbeitsmäßig zu entlasten und die Zuständigkeit für den Arbeitsmarkt zu übernehmen. Das ist christliche Nächstenliebe vom Feinsten. Die Agenden sollen wieder im Wirtschaftsministerium angesiedelt sein, so wie es damals war, als Martin Bartenstein Wirtschaftsminister, Wolfgang Schüssel Bundeskanzler und überhaupt die Welt noch in Ordnung war. Lopatka begründet seinen Wunsch mit der „Verdoppelung der Arbeitslosigkeit in Österreich“, die es seit dem Wechsel der Agenden in das von der SPÖ geführte Sozialministerium gegeben habe.

Unerwähnt lässt Lopatka allerdings, dass die ÖVP uns immer noch exakt 420.000 Arbeitsplätze schuldet, welche uns Michael Spindelegger vollmundig versprochen hat. Egal. Wenn man es richtig analysiert, kommt man zum Schluss, dass Reinhold Lopatka gar nicht so unrecht hat mit seiner Forderung. Wo sonst, als im Wirtschaftsministerium sind die Arbeitsmarkt-Agenden besser aufgehoben, denn: Geht`s der Wirtschaft gut, geht`s uns allen gut. Ach ja, das Arbeitslosengeld kann man dann auch wesentlich problemloser kürzen, womit die ÖVP schon länger liebäugelt.

Amen

Sonntag, 14. Februar 2016

Ich bekenne


Gernot Blümel ist Landesobmann der ÖVP-Wien. Ein Jungpolitiker, dessen Karriere bereits zu Ende ist, bevor sie richtig begonnen hat. Born to lose – sozusagen. Ein paar Jahre hat er nun Zeit, den Parteikasperl zu mimen, bevor er nach der nächsten Wiener Landtagswahl politisch atomisiert wird. Na ja, ganz so schlimm wird es schon nicht werden. Bis dahin wird sich schon ein kleiner Versorgungsjob für ihn finden.

Aber noch ist er Wiener Landesparteiobmann. Dieses Wort hat mehr Buchstaben, als die ÖVP bei der letzten Wien-Wahl Wählerstimmen bekam. Egal. Irgendwie muss Gernot Blümel ein Lebenszeichen von sich geben und dies tat er unlängst auch. Er hatte eine Superidee.

Als Retter der heimischen Werte möchte Blümel nach amerikanischem Vorbild die Schüler und auch Innen eine Art „Pledge of Allegiance“ verordnen. In Zeiten wie diesen, wo „wir mit anderen Kulturen und Grundwerten konfrontiert sind“, müssten „unsere Werte und unsere Leitkultur von allen respektiert, akzeptiert und gelebt werden“. Und wo kann man da besser ansetzen, als in der Schule. Dort können sich die Kinder nicht wehren.

Der Text, mit dem die Kindergehirne gleichgeschaltet werden soll lauten:
„Ich bekenne mich zur Republik Österreich und ihrer Verfassung und achte die österreichischen Gesetze und Grundwerte – um unsere Freiheit und ein friedliches Miteinander zu sichern! Mann und Frau sind in Österreich gleichgestellt und jeder Mensch hat das Recht sein Leben selbstbestimmt zu gestalten.“

Was Herr Blümel in seinem Werte- und Patriotismuswahn übersehen hat ist, dass in Österreich Mann und Frau von der Gleichstellung in etwa soweit entfernt sind, wie ich von meiner Erstbesteigung des Mount Everest. Dank der ÖVP verdienen Frauen nach wie vor für dieselbe Arbeit etwa ein Viertel weniger als Männer.

Apropos Gleichstellung. Dank der ÖVP dürfen Homosexuelle nach wie vor nicht heiraten.

Wurscht. Das wissen die Kinder nicht und bis sie es checken, hat sich die Gehirnwäscheformel längst in ihre Gehirne eingefräst. Herr Blümel hat allerdings den wichtigsten Satz für sein Bekennerritual vergessen. „Geht`s der Wirtschaft gut, geht`s uns allen gut.“

Freitag, 12. Februar 2016

Ich bitte um Entschuldigung!


Ich muss mich entschuldigen. Offensichtlich bin ich mit meinem letzten, nicht gerade Pulitzerpreis verdächtigen Elaborat einigen Menschen zu nahe getreten, habe mich einer Ausdrucksweise befleißigt, die nicht angebracht war. Es ist richtig, dass es falsch ist, andere Menschen zu beschimpfen, sie verblödete Vollkoffer zu nennen. Es tut mir wirklich sehr leid. Das „besoffen“ nehme ich nicht zurück, da davon auszugehen ist, dass bei den Bierzeltveranstaltungen der „sozialen Heimatpartei“ nicht gerade Kamillentee in rauen Mengen getrunken wird.

„Politisch Andersdenkende“ darf man nicht so beschimpfen. OK. Sehen wir uns einmal an, was diese Andersdenkenden so absondern.

Der geschäftsführende niederösterreichische FPÖ-Chef Christian Höbart bezeichnete Flüchtlinge auf Facebook als „Erd- und Höhlenmenschen“.

Michael Winter, Ex- RFJ Obmann in der Steiermark empfahl dem Grazer Bürgermeister, er möge „als Sofortmaßnahme gegen muslimisch-türkische Vergewaltigungen eine Schafherde im Stadtpark grasen lassen“. Für diese Äußerung wurde er strafrechtlich rechtskräftig verurteilt.

Susanne Winter, Ex-FPÖ Nationalratsabgeordnete – rechtskräftig verurteilt wegen Verhetzung.

John Gudenus, Ex-FPÖ Nationalratsabgeordneter – rechtskräftig wegen des Verstoßes gegen das Verbotsgesetzes verurteilt. Er leugnete den Holocaust.

Johann Gudenus, der Filius, Wiener Vizebürgermeister der FPÖ, sieht Europa als eine „Wiege der Weißen“, die durch „Einwanderung aus dem Süden“ gefährdet ist. Außerdem warnte er bereits lautstark vor „systematischer Umvolkung“.

Hatse Strache, verbreitet gezielt Unwahrheiten. Siehe:
https://medium.com/@fpoeticker/die-gesammelten-lügen-des-heinz-christan-strache-8ed54e4c388c#.3lechdtw5
Das war jetzt nur eine kleine Auswahl. Diese Partei fordert immer wieder lautstark Respekt ein, beruft sich darauf demokratisch gewählt worden zu sein und führt sich selbst auf, wie ein wild gewordener Elefant im Porzellanladen.

Sie viel zur Partei. Wie man dieses Verhalten bezeichnen soll, überlasse ich der geneigten Leserschaft.

Etwa ein Viertel bis ein Drittel des wahlberechtigten Volkes goutiert dieses Verhalten und wählt die FPÖ.

Neulich auf der Facebook-Seite von Hatse.

Strache:

Der Halbmond ist wunderschön, wenn er am Himmel steht oder als Vanillekipferl daher kommt. Aber nicht als Symbol für Österreich.

Melanie Karli die islamisierung des abendhimmels! Wir müssen sie aufhalten, sonst sehen wir vor lauter morgenländischen sichelmonden unsere schönen österreichischen sterne nie wieder!

Conny Hütter Die Jenigen aus diesen primitiven Völkerstämmen, die bereit sind, sich weiter zu entwickeln, unsere Kulturen und Regeln zu akzeptieren unsere Frauenrechte voll und ganz anzunehmen. Sich kultiviert benehmen. Diese " Menschen" dürfen hier bleiben.

Udo Tornow Herr Strache! Wie immer: meine Bewunderung und ich hoffe, dass Europa bald erwacht und Parteien wie FPÖ, AfD, Front National u. v. m. die Führung des demokratischen Europas übernehmen.

So, das waren jetzt ein paar eher schaumgebremste Fans des großen Verführers. Also, als politisch andersdenkend würde ich sie nicht bezeichnen, denn das setzt ja denken voraus.

Donnerstag, 11. Februar 2016

Geradewegs in die Hölle


Im gestrigen Aschermittwoch-Showdown der Freizeitlichen zeigte die soziale Heimatparteiprominenz wieder einmal Bürgernähe. Oder was sie darunter versteht. Saufen und derbe Sprüche klopfen, um zu zeigen, dass sie nicht besser sind, als ihre Wähler und auch Innen.

Soweit, so schlecht. Kennen wir alles schon, da es sich jährlich wiederholt. Die Pointen sind abgelutscht, aber erheitern nach mindestens drei Bier immer noch das Publikum. Manfred Haimbuchner fühlte sich als Held des Tages. In seiner Rede hob er hervor, dass er es war, der für die Kürzung der Mindestsicherung eintrat und die ÖVP nun so tut, als wäre es ihre Idee.

Hat sich einer von den besoffenen, geistig abnormen Effen-Fans je gefragt, wem diese Mindestsicherungskürzung nützt und wem sie schadet?
Was nützt es dem gemeinen Effen-Wähler und welchen persönlichen Vorteil hat er, wenn ein Mindestsicherungsbezieher, der an der Armutsgrenze schrammt, nun noch weniger bekommt?
Geht es dem Strache-Anbeter besser, wenn er weiß, dass es Menschen gibt, denen es dank der neuesten Regelungen noch schlechter geht als zuvor?

Es ist unglaublich, aber die checken nicht, was da abgeht. Zuerst wird einmal auf die bereits am Boden Liegendenden, die Ärmsten der Armen getreten. Das ist relativ gefahrlos, denn die können sich nicht wehren. Wenn das in der Bevölkerung halbwegs akzeptiert wird, kommt der nächste Schritt. Kürzung des Arbeitslosengeldes – zum Beispiel. Finanzminister Schelling hat darüber bereits laut nachgedacht. Und in diesem Stil geht es dann weiter. So werden Ressourcen geschaffen für Banken- und andere dringende Rettungsmaßnahmen.

Siehe Griechenland. Die vielen „Griechenland Hilfspakete“, die Milliarden haben Griechenland nie gesehen. Die flossen direkt an die Gläubigerbanken. Das freut die Investoren und die Griechen bluten dafür.

Aber das checken diese verblödeten, besoffenen Vollkoffer nicht. Lallend prosten sie ihrem Hatse zu, der sie mit seinem grenzdebilen Grinsen und den platten Sprüchen einlullt, und ahnen nicht, dass sie der große Führer geradewegs in die Hölle schickt.

Sonntag, 31. Januar 2016

Nicht schön


Na endlich, das hat ja ewig lang gedauert. Die Freizeitlichen haben einen Bundespräsidentschaftskandidaten. Eine Weile wurde spekuliert, dass Ursula Stenzel für die Schnürstiefelfraktion ins Rennen geht, aber die Parteistrategen haben sich dann doch anders entschieden. Ist ja irgendwie nachvollziehbar. Wer hätte Stenzel bitteschön wählen sollen? Die Pensionisten von Hietzing und Döbling sind kaum mehrheitsfähig. Und die Zentralfriedhofsbewohner sind nicht wahlberechtigt. Aus diesem Grund hat Bumsti kurzfristig umdisponiert und Norbert Hofer zum Bundespräsidenten erklärt. Nein, also zum Kandidaten natürlich. Obwohl, Strache hätte – davon bin ich überzeugt – auf diese ganze, unnötige Wahlprozedur gerne verzichtet.

Und, Norbert Hofer, was für eine Überraschung, ist wie der Rest der Hardcore-Adolfianer für eine Verschmelzung des Bundespräsidenten mit dem Kanzlerposten. Den Präsidentenkanzler nennen wir dann der Einfachheit halber Reichskanzler, und alles ist wieder gut. Zumindest für die tagträumenden Effen.

Über seine Wahlchancen meinte Hofer im Interview: „Ich bin sehr, sehr hungrig auf die Stichwahl.“ Vielleicht spendiert ihm ja ein Parteifreund bis dahin ein Wurstsemmerl mit einer Polnischen, damit er nicht verhungert. Der Wahlkampf selbst dürfte ein Kampf der Worte werden, denn Hofer erklärte: „Ich mache auch kein Fairnessabkommen.“ Worauf der Haus-und Hoflyriker Herbert Kickl ergänzte, es gehe nur um die Fairness zwischen Kandidaten und Bürgern.

So wird dann der offizielle Wahlkampf der FPÖ voraussichtlich in einem Bierzelt, irgendwo in Oberösterreich, in der Nähe von Braunau, mit der Frage eröffnet: „Wollt ihr den totalen Wahlkampf?“

Aber auch so etwas muss eine gesunde Demokratie aushalten. Es ist zwar nicht schön, aber aushalten wird sie es.